Für die interstitielle Zystitis, auch Blasenschmerzsyndrom genannt (IC/BPS), gibt es seit Juli 2025 eine S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Sie nennt die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) als ergänzende Behandlungsoption, wenn die Ergebnisse anderer konservativer Behandlungen nicht zufriedenstellend sind. Die HBO ersetzt die urologische Behandlung nicht. Ob sie in Ihrem Fall infrage kommt, klärt ein ärztliches Gespräch.
Was sagt die Leitlinie zur HBO bei interstitieller Zystitis?
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat am 10.07.2025 die S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Interstitiellen Zystitis (IC/BPS)“ veröffentlicht (AWMF-Registernummer 043-050). Unter Punkt 4.6.5 heißt es nach der Meldung des VDD vom 01.10.2025:
„In der Gesamtschau sollte die hyperbare Sauerstofftherapie zum Portfolio der ergänzenden Behandlungsoptionen der IC/BPS gezählt werden, wenn die Ergebnisse anderer konservativer Behandlungen nicht zufriedenstellend sind.“ (Gesamtabstimmung: starker Konsens, 96 %)
Die Leitlinie steht im AWMF-Leitlinienregister zum Download bereit.
Einordnung auf dieser Website
Die interstitielle Zystitis gehört nicht zu den Anwendungsgebieten, die der VDD nach den Empfehlungen der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der European Underwater and Baromedical Society (EUBS) aufführt. Auf dieser Website steht sie deshalb bei den experimentellen Anwendungsgebieten. Ob eine HBO im Einzelfall sinnvoll sein kann, besprechen Sie am besten mit Ihrer Urologin oder Ihrem Urologen und einem Druckkammerzentrum des VDD. Gegenanzeigen und mögliche Nebenwirkungen beschreibt die Seite Risiken und Nebenwirkungen.
Abgrenzung: Strahlenzystitis
Nicht zu verwechseln ist die interstitielle Zystitis mit der Strahlenzystitis: einer Blasenentzündung, die als Spätfolge einer Bestrahlung des Beckens auftreten kann, manchmal erst Jahre später. Die HBO bei Strahlenzystitis ist auf der Seite Bestrahlungsspätfolgen beschrieben.
Kosten
Als ambulante Kassenleistung ist die HBO derzeit nur beim diabetischen Fußsyndrom geregelt. Bei anderen Erkrankungen können gesetzliche Krankenkassen die Kosten nur im Einzelfall nach individueller Prüfung übernehmen; die Kostenübernahme sollte deshalb vorab geklärt werden. Einzelheiten finden Sie unter Kosten der HBO-Therapie.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU): S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Interstitiellen Zystitis (IC/BPS)“, AWMF-Registernummer 043-050, veröffentlicht am 10.07.2025. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/043-050
- VDD-Meldung „Neue S2k-Leitlinie interstitielle Zystitis / Blasenschmerzsyndrom der DGU – HBOT Behandlungsoption“, 01.10.2025.
- VDD: Indikationen zur HBO-Therapie nach den Empfehlungen der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) und der European Underwater and Baromedical Society (EUBS), Indikationsliste der bisherigen VDD-Website (Stand 2019).
